Grußwort des Intendanten

Sehr geehrte Mitglieder der Volksbühne

liebe Theaterfreunde!

Denkt man heute an Europa so geht es um nationale Grenzen, um ökonomische Fragen und Abschottung.

Foto: Stadttheater Bremerhaven

Foto: Stadttheater Bremerhaven

„Nie wieder Krieg!“ war die Triebfeder für den Aufbau Europas nach dem zweiten Weltkrieg. Heute, so hört man immer wieder, fehle ihr das Narrativ, sei ihre Ursprungsidee nicht mehr tragfähig für ein Europa der 28 Länder.

Im Theater erzählen wir seit etwa 2500 Jahren von den unterschiedlichen Formen von menschlichem Zusammenleben und staatenübergreifenden Idealen. In dieser Spielzeit wollen wir daher explizit europäische Themen und Erzählungen in den Vordergrund rücken: Europa als Utopie!

Wir beginnen im Schauspiel mit der „Antigone“ des Sophokles, einem der Urtexte zum Widerspruch von staatlicher Ordnung und individuellem Recht. Ins Heute gespiegelt wird dieses Thema in der modernen Fallstudie „Terror“ von Ferdinand von Schirarch. In dem Rechercheprojekt „95 Thesen“ werden wir der Wirkung der Reformation in die Gegenwart nachspüren und in „Unterwerfung“ von Michel Houellebecq der karikaturistischen Vision vom Untergang des Abendlandes folgen. In der deutschen Erstaufführung der Oper „Biedermann und die Brandstifter“ schließlich erleben wir, wie ängstlicher Konformismus erst die Extreme ermöglicht und dann in die Katastrophe mündet.

Im Sommer 2017 wollen wir alle diese Fragen und Themen in einer „Odyssee Europa“ mit ausländischen Gastspielen zusammenführen.

Seien Sie unser Gast, wenn wir in 27 Premieren in allen Sparten mit unseren Mitarbeitern aus über 20 Nationen auf die Reise durch das theatrale Europa gehen.

Vom antiken Griechenland der „Antigone“ bis ins Schweden des „Maskenball“, vom Frankreich der „Edith Piaf“ bis ins dunkle Transsylvanien des „Dracula“.
Ihr Ulrich Mokrusch

Intendant

Intendant Stadttheater Bremerhaven

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