DER VETTER AUS DINGSDA


DER VETTER AUS DINGSDA                            Zitat -Auszüge der NZ v.2.2.15

„Hochvirtuos füllt Regisseur Ansgar Weidner den „Vetter aus Dingsda“ mit der ganzen Sektbatterei des Boulevards ab, lässt seine Zuschauer im Großen Haus Bremerhaven durch ein überschäumendes Operettenvergnügen glucksen. Wenn das Werk von 1921 zu den besten des Genres zählt, dann wegen der zündenden One-Steps, Tangos & Walzer, die das Philharmonische Orchester unter

Foto: Stadttheater Bremerhaven

Foto: Stadttheater Bremerhaven

Hartmut Brüsch so flott wie sängerfreundlich umsetzt………..Slapstick, Klamauk & Albernheiten werden nicht gescheut. Am irrwitzigsten geht es im „Batavia-Fox“ zu , in dem mit Liegestuhl und Sonnenschirm, Rumbarasseln, Blumenketten und Gorilla jegliche Exotik-Klischees aufgespießt werden. …..Regisseur Weidner sorgt dafür, daß auch Gefühle mit im Spiel sind. Tenor Tobias Haaks, der zuvor seine Julia als „armer Wandergesell“ betörend umworben hat, irrt nun abserviert über die dunkle Bühne und singt zu Tantes geisterhaftem Klavierspiel “Fremd bin ich eingezogen“ das erste traurige Lied aus Schuberts „Winterreise“. Aus Operettenfiguren werden Menschen. Es wird ganz still. Plötzlich spüren wir das Eichendorff-Märchen in diesem Kammerspiel. Auch gesanglich der schönste Moment des Abends. Der fängt sich indes sofort wieder und saust unbeschwert ins Finale….So intelligent hergerichtet macht die gute alte Tante Operette immer noch gewaltig Furore.“

Ausgewählt von Eilert Bruns

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