Eindrücke zur Oper Kommilitonen von Thomas Pfeifer


Meine Eindrücke zur Oper „Kommilitonen“

Ein Theatererlebnis der besonderen Art stellt die von Ulrich Mokrusch im Großen Haus des Stadttheaters Bremerhaven inszenierte Oper „Kommilitonen“ dar. Das Besondere an der Aufführung ist eine auf der Hinterbühne errichtete Tribüne, die 210 Personen Platz bietet. Während der Vorführung sehen die Besucher in Richtung Zuschauerraum. Das Orchester unter Stephan Tetzlaff sitzt auf den zugedeckten Graben.

Von der Tribüne aus fühlt sich der Betrachter unmittelbar in das Geschehen integriert, zumal das Podest mehrmals vor und zurück verfahren wird. Einige Künstler agieren mitten im Publikum, zum Anfassen nahe. Die Solisten und auch der Chor wechseln ständig ihre Positionen. Einmal sind sie auf dem Balkon, dann auf dem Parkett, kurze Zeit später wieder auf der Bühne und mitunter sogar in der Technik zu sehen..

Hier hat man auch einen unvergesslichen Eindruck von den gewaltigen Dimensionen der Bühne sowie von der modernen Technik des Bremerhavener Stadttheaters. In Glaskästen über den Köpfen der Besucher sitzen der Regisseur mit seinen Bühnentechnikern vor ihren Monitoren. Atemberaubend die Beleuchtungstechnik mit wechselnden Illuminationen und gezielten Spotlights.

Das 2010 uraufgeführte Werk des britischen Komponisten Peter Maxwell Davies stellt drei politische Studentenschicksale vor:

  1. Die Widerstandsbewegung gegen die Nazis „Die weiße Rose“ mit Sophie Scholl im Zentrum
  2. „Die Oxford-Revolution“ erzählt vom US-amerikanischen Bürgerrechtler James Meredith
  3. Im „Lied des Himmels“ verschreibt sich der Student Wu dem staatlich verordneten Widerstand der chinesischen Kulturrevolution.

Dem Intendanten Ulrich Mokrusch ist es gelungen, alle drei Geschichten in einem stetigen Wechsel innerhalb von 90 Minuten ohne Pause zu erzählen. Dafür gebührt ihm Lob, zumal er mit der Inszenierung Neuland betreten hat. In Gießen wurde das Werk 2013 erstmals in Deutschland aufgeführt.

Mein Fazit: Die Premierenaufführung kann als ein großer Erfolg verbucht werden. Handlung und musikalische Darbietung waren ausgezeichnet.

Thomas Pfeifer

 

 

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