PREMIERE RICHARD III IM GROSSEN HAUS


Der Regisseur Lee Beagley gibt dem Erzschurken Richard, Duke of Glouster, Sprache und Gestalt. Brilliant gespielt von Andreas Möckel beleuchtet der die ganze Skrupellosigkeit, die Eitelkeit und die Gier zum Königsthron zu gelangen, egal wer im  Wege steht.. Alle Mittel sind  gut genug ,um diesem Ziel näher zu kommen. Körperlich ein Krüppel setzt er schon mal seinen ganzen Charme ein, verspricht  Belohnungen, droht mit aller Härte und bedient sich hemmungslos dem Zurückweichen der Anderen—-Hauptsache der Thron rückt immer näher.
Als es endlich soweit ist, spürt er die Einsamkeit an der Spitze und auch den Hass seiner  Familie. In der Nacht vor der entscheidenden Schlacht zu Boswell rächen sich die Geister der zahlreichen Opfer in Form von erdrückenden Albträumen, und es kommt zum krachenden Finale: Ein Königreich für ein Pferd!1 Nein, kein Pferd—so stirb denn Schurke!! Selten hat man Shakespeare so prall mit Leben( & Sterben) gefüllt gesehen und wahrlich der Dichter hätte seine helle Freude  an diesem gesamten Team  gehabt.
Bravo—so kommt Klassik unverstaubt daher!

Eilert Bruns