Überzeugender Ballettabend im Doppelpack


Ein Abend – Zwei Ballette

Carmen Suite Stadttheater Bremerhaven

Carmen Suite
Stadttheater Bremerhaven

Das Theater feierte kürzlich der Ballettdoppelabend «Carmen-Suite / Le sacre du printemps» in der Choreographie von Sergei Vanaev Premiere im Großen Haus. Es spielte das Städtische Orchester unter der Leitung von Generalmusikdirektor Stephan Tetzlaff.

Inhalt:
Die Ballette «Carmen-Suite» von Rodion Schtschedrin, nach der Vorlage von George Bizet, und «Le sacre du printemps» von Igor Strawinsky eint eine musikalische Dramatik und explosive Rhythmik.

Die «Carmen-Suite» zeigt Sergei Vanaev als Handlungsballett, von der besitzergreifenden Leidenschaft des Soldaten José für die schöne Carmen erzählt, die das Paar unausweichlich in die Katastrophe führt. Im zweiten Teil des Abends, «Le sacre du printemps», richtet Choreograph Vanaev den Fokus auf die energiegeladene Musik. Es gibt keine Geschichte mehr, keine Botschaft, nur noch die Energie des Tanzes. Wer an «Carmen» denkt, für den ist das Bizet und seine Musik. Dass dieser Stoff untrennbar mit der berühmten Oper verbunden ist, war auch die Meinung des 1932 in Moskau geborenen Komponisten Rodion Schtschedrin. Doch überwand er seine anfängliche Skepsis und arrangierte Bizets Musik neu, großartig instrumentiert für Streichorchester, Pauken und vier Schlagzeug-Gruppen, die 1967 am Bolschoitheater uraufgeführt wurde.

Le sacre du printempsIgor Strawinskys «Le sacre du printemps» stellt einen Markstein der Ballettgeschichte dar, obwohl es bei der Uraufführung 1913 in Paris zu einem handfesten Theaterskandal kam. Denn in den «Bildern aus dem heidnischen Russland», wie es im Untertitel heißt, geht es um nichts weniger als Menschenopfer. Aber trotz aller Urgewalt der Szene und der unerbittlich dynamischen Musik wollte Strawinsky etwas Poetisches schaffen, „die leuchtende Auferstehung der Natur schildern.“

Ein für mich beeindruckender Ballettabend, der von seiner enormen Dynamik lebte. Und nicht all zu oft gibt es einen Ballettabend mit einer Pause.

C. Uhde

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