Verraten und verkauft


Gegen Ende der Spielzeit gab es noch einen weiteren Höhepunkt in der breitgefächerten Programmauswahl des Stadttheaters: Die verkaufte Braut
Diese Inszenierung bietet alles, was sich viele Besucher immer wieder wünschen:
– Eine sehr aufwendig gestaltete Kulisse, die dank der besonderen Bühnentechnik unseres Theaters die Zuschauer übergangslos an die verschiedenen Orte mitnimmt.
– Großartige Stimmen, begleitet von einem grandiosen Orchester und ein beeindruckender Opernchor mit toller Bühnenpräsenz. Rundum alles, was das Herz begehrt. Ein sehr kurzweiliges Erlebnis!

Ihre Regina Korte
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Kürzlich feierte die komische Oper «Die verkaufte Braut» von Bedřich Smetana im Großen Haus Premiere. Die Musikalische Leitung hat der 1. Kapellmeister Stefan Veselka, Regie führt Hinrich Horstkotte.

Ein Bräutigam verkauft seine eigene Braut! Auf dieses fragwürdige Geschäft lässt sich der Bauernbursche Hans ein, um die Heiratspläne seiner zukünftigen Schwiegereltern zu durchkreuzen. Denn diese wollen ihre Tochter Marie mit Wenzel, dem reichen, aber einfältigen Sohn des Bauern Micha, verheiraten. Maries Eltern haben Schulden bei Micha und mit der Heirat der Kinder wären diese getilgt. Was aber nur Hans weiß: Auch er ist ein Sohn Michas aus erster Ehe, den die Stiefmutter vor vielen Jahren davonjagte. Auf dieses Geheimnis baut Hans: Er „verkauft“ seine Braut an den Heiratsvermittler Kezal unter der Bedingung, dass sie kein anderer bekommt als Michas Sohn. Der Vertrag ist perfekt, zum Entsetzen von Marie, die sich von ihrem Geliebten verraten und verkauft fühlt – bis sich Hans zu erkennen gibt!

Smetanas «Die verkaufte Braut» von 1866 mit seiner pulsierenden und vor Lebensfreude strotzenden Musik gilt heute als die tschechische Nationaloper schlechthin. Stilecht hat der aus Mähren stammende Bühnenbildner Martin Dolnik ein böhmisches Dorf auf die Bühne des Großen Hauses gestellt. Regisseur Hinrich Horstkotte zeigt in seiner Inszenierung eine Welt, in der traditionelle Hochzeitsbräuche noch lebendig sind und Hans – durch seinen Plan, Marie für sich zu gewinnen – zum Anarchisten in der dörflichen Gemeinschaft wird.

 

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